WOGEBE Wohnungsgenossenschaft Am Beutelweg e.G. Trier

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quadrat Trainingswohnen



quadrat Modellvorhaben Trainingswohnen



Modellvorhaben der Stadt Trier im Programmgebiet Soziale Stadt Trier Nord – Beauftragung der WOGEBE mit der Durchführung in der Zeit vom 01.10.2008 – 30.06.2012 – Projektleitung: Klaus Wenz

Das Modellvorhaben „Trainingswohnen“, in dem vier vollzeitäquivalente Personalstellen gefördert wurden, war auf eine Laufzeit von rd. vier Jahren angelegt. Die Finanzierung des Modellvorhabens erfolgte zu 80% aus Mitteln des Bund-Länder-Programms Soziale Stadt, zu 10% aus Mitteln der Stadt Trier und zu 10% aus Mitteln der WOGEBE. Der Finanzierungsanteil der WOGEBE wurde über Eigenleistungen der teilnehmenden Familien erbracht.

Das Modellvorhaben, das der Entwicklung von Strategien für den Umgang mit sog. „nicht mietvertragsfähigen Mietparteien“ diente, richtete sich an Mieter mit problematischem Wohnverhalten, an Mieter der WOGEBE sowie an Mieter in städtischen Wohnungen, die von der WOGEBE verwaltet wurden. Die Teilnahme an diesem Projekt basierte auf Freiwilligkeit.

Im Durchschnitt wurden jeweils fünfzehn Familien bei einer durchschnittlichen Teilnahmedauer von zwölf Monaten im Modellvorhaben betreut. Insgesamt konnten während der Projektlaufzeit 53 Familien erreicht werden, deren durchschnittliche Teilnahmedauer rd. 12 Monate betragen hat. Zur Durchführung des Projektes hatte die WOGEBE ein Projektbüro unmittelbar im Stadtteil eingerichtet.
Durch eine intensive sozialpädagogische Betreuung konnte in engem Kontakt zu den teilnehmenden Familien deren Wohnverhalten verbessert werden sowie eine Verbesserung der gesamten Lebensverhältnisse der Familien erreicht werden.

Zielgruppe des Projektes waren Mieter, bei denen ansonsten aufgrund einer Mietrückstandsproblematik in absehbarer Zeit der Verlust der Wohnung (mit der Folge einer Obdachlosigkeit bzw. städtischer Wohnungsnotversorgung) zu befürchten war. Darüber hinaus Familien, bei denen in Verbindung mit einer Mietrückstandsproblematik oder unabhängig davon deutlich Problematiken hinsichtlich ihres Wohnverhaltens zu beobachten waren. Das Projekt konnte als sozialpädagogische Familienhilfe beschrieben werden, die um den Aspekt gemeinsamen Tätigwerdens, den Zugang zu praktischen Ressourcen im handwerklichen und hauswirtschaftlichen Bereich, ergänzt wurde.

Inhaltlicher Schwerpunkt des Modellvorhabens war die Mobilisierung von Selbsthilfepotenzialen, insbesondere durch praktische Hilfestellungen bei der Instandsetzung / Renovierung von Wohnungen, darüber hinaus im Bereich der Haushaltsführung.

Zur Durchführung standen neben zwei sozialpädagogischen Fachkräften zwei handwerkliche Fachkräfte sowie eine Hauswirtschaftsmeisterin zur Verfügung, überwiegend in Teilzeitbeschäftigung. Die handwerklichen Fachkräfte planten mit den Familien die durchzuführenden Arbeiten in der Wohnung und dem Wohnumfeld, leiteten diese an und stellten die fachliche Qualität der ausgeführten Arbeiten sicher.

Mit den teilnehmenden Familien wurde jeweils ein Vertrag über die Leistungen und Eigenbeteiligung geschlossen. Die Familien erfuhren eine konkrete Verbesserung ihrer persönlichen Situation und eine Aufwertung ihres Wohnumfelds durch:

mit dem Ergebnis zufrieden

Einiges zu tun

in Aktion

in Aktion

Gemeinsames Kochen


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die Reflexion und Erweiterung der Ressourcen und der Kompetenzen der Familien
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das Training lebenspraktischer Fertigkeiten in den Bereichen Haushalt, Finanzen, Ernährung, Tagesstrukturierung, Erziehung
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die Förderung von Eigenverantwortung und Selbsthilfepotenzialen durch praktisches Training
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die Verbesserung von Kommunikationsfähigkeit und die Förderung der Ressourcen zur Stabilisierung von Nachbarschaftsbeziehungen.

Insgesamt konnten durch das Projekt Trainingswohnen folgende Effekte bei den teilnehmenden Familien (TN) erzielt werden:

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Mietrückstandsproblematik: Die Mietausfälle der teilnehmenden Familien lagen im Endeffekt deutlich unterhalb der Erwartungen. Durch das Interventionsspektrum „intensivierte Bewohnerbetreuung“ des Modellvorhabens ließ sich die Mietzahlungsproblematik mit sehr gutem Erfolg bearbeiten. Bei den im Projekt betreuten Haushalten waren innerhalb der Dauer der individuellen Teilnahme unter dem Strich so gut wie keine Forderungsverluste mehr zu verzeichnen.
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Instandsetzung von Wohnraum: Insgesamt konnten während der 45-monatigen Projektlaufzeit 37 Wohnungen vollständig renoviert werden und es waren darüber hinaus noch 27 Teilrenovierungen von Wohnungen möglich.
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Eigenleistungen: Selbsthilfepotenziale zugunsten der Verbesserung des Wohnraums können ohne fachliche Anleitung und sozialpädagogische Betreuung kaum mobilisiert werden. Die Eigenleistungen der TN lagen durchgehend auf der Höhe der Planung. Bei rd. 80% der TN können die Effekte der Mobilisierung der Selbsthilfepotenziale als nachhaltig angesehen werden.
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Gesamtbewertung: Wohnverhalten und Mietzahlungsproblematik korrelieren grundsätzlich nicht signifikant miteinander. Bei Bewertung der Entwicklung in den Lebensbereichen Gesundheit/Ernährung, Miete/Finanzen, Eigenleistungen, Erziehung/Schule und Wohnverhalten konnten bei zwei Drittel der TN signifikante Verbesserungen in drei oder mehr Lebensbereichen während der Projektteilnahme festgestellt werden. Bei einer ebenso großen Gruppe konnten positive Veränderungen im Bereich des Wohnverhaltens ausgemacht werden.

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